Curriculum Vitae     „Elso Schiavo“

Elso Schiavo

Elso Schiavo, geboren 1934 in Baar / Zug, wo er die Primarschule absolvierte.
Danach schickte man ihn nach Einsiedeln. Er sollte dort die Matura – und dann Zahnmedizin studieren.
So wollte es sein Vater; doch der Sohn hatte schon andere Pläne für sich vorgesehen. Er entschied sich für die Kunstgewerbeschule, Luzern wo der bekannte Kunstmaler „Max Von Moos
als Lehrer an der Schule amtete.
Ein Surrealist mit internationalem Ruf. Bekannt auch durch die anatomischen Illustrationen in medizinischen Lehrbüchern die er unter anderem für den „George Thieme Verlag“ ausführte.

Elso Schiavo lässt sich in fünf Jahren zum Grafiker / Werber ausbilden.
Mit sämtlichen verfügbaren Techniken ausgestattet, vom Lithografieren bis zu komplizierten Nadelstichen und hin zu werbetechnischem  Gestalten, bewarb er sich in den besten Agenturen der Schweiz. ( Und dies zu einer Zeit als noch von Hand gearbeitet wurde, also ohne Computer).
Schon mit 16 Jahren zB. konnte er für „Eichhof Bier“ in Luzern, (durch eine Wettbewerbsausschreibung Dr. Dubach ) für das Pony und das Barbara Bier die Etikette und Flaschentyp entwerfen, was bis heute in Anwendung ist. (Kennzeichen das Eichhörnchen & Pony)
Und; in den attraktivsten Agenturen wie; Müller Brockmann, Advico, Zürich, Hans Looser, Mode Agentur, war er als Art Director angestellt.
In jener Epoche waren grosse Namen wie; Le Corbusier, Varlin, Herbert Leupin, Celestino Piatti, Hans Falk,  Gottlieb Solund, Max Bill, Nelly Rudin, Rolf Lyssy, Verena Loewensberg, Friedrich Kuhn  und andere in Schiavos Umfeld.
Als junger Grafiker konnte er für „Le Corbusierer“ die Ausstellung im Kunsthaus Zürich gestalten (ca. 1958)
Die Agentur Müller Brockmann war in den fünfziger Jahren weltbekannt und prägte eine ganze Generation von heute noch bedeutenden Werbern / Grafiker.
(Entwicklung der bekannten Schrift HELVETICA)
Zu denen gehörte auch Elso Schiavo, was man aus seinen national – und international prämierten Werbeplakaten einsehen kann. (Bis zu hundert prämierte Werbeplakate)

Eines der international prämierten Plakate hängt in der Grafiksammlung des
MoMA / New York.

Plakate

Beim Signet für den EVZ benutzte er eine selbstkreierte Schrift, die danach von der Firma Berthold als Frankfurter Schriftzug übernommen wurde. Nach mehreren Jahren und viel an Erfahrungswerten in der Praxis entschied er sich für eine eigene Werbeagentur in Zürich, die er über drei Jahrzehnte erfolgreich mit einem  Team betrieb. ( In Spitzenzeiten über 30  Mitarbeiter) Der Künstler wurde auch bekannt als Designer zB. mit einem Entwurf von Foulard & Krawatten für die „Schweizer Delegation, Olympiade Lillehammer 1994“
Der Kunstschaffende hat vor – während und nach der Kunstgewerbeschule immer gemalt. Auch während der Tätigkeit in der Werbeagentur lief das Malen parallel einher. Schon schnell hat sich Elso Schiavo eine eigene ausdrucksstarke Handschrift erschaffen.
Sein figurativ abstrakter Stil, mit einer Portion an Lebenskomik und mit einem ganz kleinen Zeigefinger versehen, ist zu seinem Markenzeichen geworden.
Er ist ein Kunstmaler der seine ganze Energie in die Entstehung seiner malerischen skurrilen Fabelwesen interpretiert.
Seine Werke können oft komisch wirken, wie auch manche Situationen im Alltag komisch, surreal, phantastisch und abstrakt erscheinen können.

Das ist es was der Kunstschaffende auch erreichen will. Uns in eine Welt der Illusionen zu führen, jedoch den Figuren eine Portion an; schon fast Albernheit, Drolligkeit, oder Groteske zu verleihen. Wie zum Beispiel:

„Mondkälber von weit oben die Welt betrachtend „ Oder:

„Zweihörniger Blauschnabel mit seiner Schönheitsbehandlung zufrieden seiend“

Ganz raffiniert verpasst er den Wesen menschliche Verhaltensauffälligkeiten.
Dadurch entsteht zwischen Bild und dem Betrachter eine kommunikative Verbindung.

Die Kreisförmigen Augen, eine malerische Besonderheit dieses Künstlers, heben die Zugänglichkeit noch hervor.
Die dazugehörenden Titel sind „Eins mit dem Bild“

Arbeitet der Kunstschaffende thematisch zB. zum Thema Frauen, so nimmt er sich die Freiheit mit den Ungeschicklichkeiten des Alltags zu kokettieren. Er malt nicht das Abbild eines speziellen Frauenbildes, schön, anmutig und mit typischem Rollenverständnis der Zeit. Er geht in das Innere von Charaktertypen.
Geziert, eitel, aufgedonnert, überladen und absichtlich übertrieben lässt der Kunstmaler uns in Bildwelten eintauchen in welchen wir uns selbst wahrnehmen
Können, er macht dies jedoch auf eine humoristische Art die uns ein Schmunzeln entlocken kann.

Elso Schiavo ist kein Kunstmaler der politische, soziale, oder sittlich moralische Zustände der Gesellschaft mit Autorität und Vehemenz darstellen will.
Seine Hinweise sind neckisch, komisch oder auch schelmisch, sodass sie uns in feiner Weise an unsere menschlichen Unzulänglichkeiten heran führen können.
Er lässt jedoch offen ob sich der Einzelne berührt fühlt.

Elso Schiavo

Technik & Charaktereigenschaft seiner Malerei 

 Die explosiven Farben entspringen einer Grundbehandlung der Leinwand die an
Action Painting eines „Jackson Polloks“ anlehnen.
Was als formlosen abstrakten Expressionismus beginnt muss einer Herausschälung der figurativen Form weichen, jedoch einer figurativen Abstraktion.
Seine Figuren sind schon fast surrealistisch, wie auch die dazugehörenden Titel surreal und fast unwirklich präsent sind.

Man kann ihn schwer einer bestimmten Kunstrichtung zuordnen. Immer wieder versuchen Kunstkritiker ihn in eine Richtung einzuordnen, müssen jedoch schon sehr bald feststellen, dass die Malerei von Elso Schiavo eine Eigenständigkeit besitzt die Unvergleichbar ist.

Der Kunstschaffende hat über 6 Jahrzehnte lang daraufhin gearbeitet eine eigene Sprache auf die Leinwand zu bringen. Das Resultat ist eine unverkennbare Art der Malerei die von einem hohen Wiedererkennungswert gezeichnet ist.

Selbst Kinder erkennen den Malstil sofort. Haben Sie im Schwimmbad oder an einem weiteren öffentlichen Ort ein Werk dieses Künstlers gesehen lässt es sich sofort zuordnen. Kinder sind ganz besonders Empfänglich für die Schiavo Malerei. Sie interpretieren die Werke des Künstlers inhaltlich mit einer gewaltigen Portion an Phantasie.
Ist es gar die kindliche Art der bildlichen Interpretation des Künstlers selbst, das vermag Kinderherzen im Nu zu erreichen?
Hat er eine phantasievolle Art des Schaffens die schon fast kindlich ist?

Wie hat Picasso so schön gesagt;

„Ich konnte schon früh Zeichnen wie Michelangelo, aber ich habe ein Leben lang dazu gebraucht, wieder Zeichnen zu können wie ein Kind“

Anna Marie Arrigoni  2017

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